Mehr Abenteuer im Alltag – Microadventure für den Sommer

Der Begriff Microadventure kommt vom britischen Abenteurer und Blogger Alastair Humphrey: „A microadventure is an adventure that is short, simple, local, cheap – yet still fun, exciting, challenging, refreshing and rewarding.“ Voraussetzung? Es darf nicht mit viel Anreisezeit, viel Geld oder viel Planung verbunden sein. Microadventure, sind jene Abenteuer, die sich auf ganz wundervolle Weise in unseren Alltag integrieren lassen. Die uns zeigen, dass wir nicht erst auf etwas Bestimmtes warten müssen, um Sehnsüchte zu erfüllen. Die für das „Einfach mal machen“ da sind. Kurzum geht es darum, Abenteuer vor der eigenen Haustür zu suchen. Kleine Abenteuer, die für jeden machbar, erreichbar und bezahlbar sind. Das Tolle: Microadventure können ganz unterschiedlich aussehen und lassen sich auch in einen normalen Arbeitsalltag integrieren. Hauptsache ihr kommt raus! Das ist nämlich das Ziel hinter dieser, ja, fast schon Bewegung. Runter vom Sofa, raus ins Freie. Weg vom Handy, rein ins Abenteuer.

Unbewusst haben wir uns ganz bestimmt alle schon mal auf ein solches Miniabenteuer gemacht: Wenn man früher mit Freunden im Wohnwagen im Garten geschlafen hat, wenn man durch nachgelegene Wälder auf eine Schnitzeljagd gezogen ist, übers Wochenende im Ferienlager um die Ecke war oder sich einfach nur im Zimmer ein Zelt zum Übernachten gebaut hat. Diese kleinen Dinge sind mir zumindest früher ganz leicht gefallen. Je älter ich geworden bin, desto weiter weg sollte es gehen. Desto mehr sollte sich sein Kurztrip „auch wirklich lohnen“. Und desto weniger kam ich am Ende raus. Denn natürlich ist nicht immer genügend Zeit und genügend Geld da, um mal eben wegzufahren. Und genau darum geht es beim Microadventure: die eigene Umgebung wieder mit weniger voreingenommen Augen sehen und Schönheit und das Besondere auch in den vermeintlich kleinen Dingen zu sehen.

Am Trend #microadventure finde ich deshalb wirklich toll, dass man nicht nur rauskommt, sondern vor allem auch die eigene Umgebung und Heimat wieder besser kennenlernt und zu schätzen weiß. Ich habe häufig das Gefühl, dass wir gar nicht sehen, was wir direkt vor der Haustür haben, weil wir so geblendet von all den schönen und beeindruckenden Orten da draußen sind. Dank Instagram, Pinterest und Co. wird unsere Bucketlist jeden Tag voller und die Liste mit den Dingen, die wir tun wollen, länger. Aber wie häufig steht auf der Liste schon etwas, das wir einfach umsetzen könnten? Am Wochenende. Ohne größeren Aufwand, ohne extra Urlaub zu nehmen oder darauf zu sparen? Eher selten, oder? Deshalb habe ich mir jetzt vorgenommen, genau das jetzt häufiger zu machen und eine Bucketlist an Microadventuren für meine zwei Heimathafen Minden und Hamburg anzulegen. Um mich selbst besser auszukennen und um den zwei Orten die Aufmerksamkeit zu Teil bekommen lassen, die sie verdienen.

Mein erstes geplantes Microadventure

Vorweg sei noch kurz gesagt, dass nach der Definition von Alastair Humphrey ein Micoradventure eigentlich auch über Nacht geht. Ich würde den Begriff gar nicht so streng sehen, sondern einfach als etwas, das einen Neues entdecken lässt, rausbringt und was man so nicht alltäglich macht.

Das wirklich Nächstliegende für mich war es, „einfach mal“ wandern zu gehen. Nachdem ich letztes Jahr das erste Mal „richtig“ wandern war, hat mich danach total das Bergfieber gepackt. Rucksack packen und einfach immer weiter einen Schritt vor den anderen setze – herrlich oder?! Und jedes Wochenende denke ich aufs Neue, dass ich einfach nur näher an den Alpen wohnen müsste, oder einfach mal für das Wochenende in den nahen Harz fahren sollte. Würde, müsste, sollte, könnte – die kleinen unbedeutenden Worte, die einem selbst Steine in den Weg legen. Damit sollte jetzt aber Schluss sein, denn – hey – Abenteuer findet man ja auch vor der Haustür. Ganz im Sinne des Microadventure habe ich mir also einfach einen Rucksack, was zu trinken und meine Schuhe geschnappt, habe kurz nach „Wanderweg Porta Westfalica“ gegoolet und bin losgezogen:

Dieser Ausflug hat mir gezeigt, dass man Neues und Abenteuer findet, wo man sie sucht. Dadurch, dass Fernziele durch bezahlbare Flüge so nah geworden sind und natürlich auch mit einer gewissen Exotik locken, vergessen wir ganz, auch das Abenteuer oder auch einfach das Erlebnis vor der eigenen Haustür zu sehen. Wenn ich raus und wandern will, dann kann ich das in den Alpen machen, klar – ich kann aber auch in das nahe Weser- oder Wiehengebirge gehen oder sogar viele hundert Kilometer um Hamburg herum entdecken. Es muss nicht immer weit weggehen, denn seien wir mal ehrlich. Die wenigsten können es sich zeitlich doch wirklich leisten, andauernd in der Welt herumzureisen. Müssen wir auch gar nicht – wenn wir nur wieder lernen, auch einige freie Stunden sinnvoll zu nutzen und das rauszuholen, was vor Ort finden. Ich für meinen Teil bin angefixt, mehr von meiner Heimat zu sehen und zu kennen. Ihr auch? Wie wäre es dann mit einer kleinen Challenge?

Challenge #HalloHeimat

Und das ist genau meine Challenge für dieses Jahr: Woche für Woche ein neues Microadventure bestreiten und dabei immer ein kleines wenig steigern, jeden Winkel meiner Heimat kennenlernen und zeigen, wie schön, eigen oder spannend sie sein kann.

Sieben Microadventure, die jetzt schon auf meiner Liste für diesen Sommer stehen:

  1. In der Gegend zelten

Ob im eigenen Garten oder an öffentlichen Orten, wie an der Weser oder am Großen Weserbogen – eine Nacht im Zelt mit Schlafsack, Lagerfeuer, Stockbrot und Kaffee im Thermobecher versprechen, die Komfortzone der eigenen vier Wände mal zu verlassen und Outdoorfeeling für Anfänger auszuprobieren. Absolutes Muss für mich dieses Jahr!

  1. Nachtwanderung

Wart ihr früher mal in Ferienlagern und mit Jugendgruppen unterwegs? Nachtwanderungen mit leichtem Gruselfaktor waren da an der Tagesordnung. Mit dem Älterwerden ist man dann doch Nachts entweder feiern, mit dem Auto irgendwo unterwegs oder einfach am Schlafen. Aber eine kleine Nachtwanderung hat für mich auch heute noch nicht ihren Charme verloren. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es für mich eine Sonnenaufgangswanderung mit leckerem Picknick wird. So wie in Flims letztes Jahr – nur eben zuhause (und ohne Klettersteig – leider).

  1. Die 10 beliebtesten Attraktionen für deine Stadt raussuchen und machen

Also einfach mal Touri sein! Was macht ihr, wenn ihr in eine neue Stadt fahrt? Vermutlich irgendwo im Internet Tipps suchen und abarbeiten. Habt ihr das in eurer Heimat auch schon mal gemacht? Nein? Dann wird es Zeit! Laut Tripadvisor stehen für mich dieses Jahr einige Ziele an, die ich noch von früher kenne, aber bei denen ich Jahre nicht war.

  1. Örtliche Wanderwege erkunden

Für mich gehört da dieses Jahr auf jeden Fall der Mühlenweg entlang des Wiehengebirges zu (Dauer ca. 4 Tage). Und wusstet ihr, dass auch um Hamburg herum einige Wanderwege sind? Die stehen auch auf der Liste.

  1. Alles über den nächstgelegenen Pilgerweg herausfinden und einen ganzen Tag lang dessen Weg folgen 
  2. Zwei-Tages-Fahrradtour mit Übernachtung

Mal sehen, wo hin…

  1. Mit dem Zug bis zum nahegelegensten Punkt am Meer fahren, die Sonne genießen, baden, spazieren gehen und und und

Und ihr? Habt ihr euch für diesen Sommer etwas in eurer Heimat vorgenommen oder seit ihr schon lange Profis für alle Ecken und Abenteuer bei euch?

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